Max Moreau

Granada, Spanien

Porträt von Max Moreau

Foto: Wikimedia Commons/Max Moreau (Ausschnitt) https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de

Nichts ist vergleichbar mit der Strafe, in Granada blind zu sein.

02.09.1902

02.09.1992

www.exclusivegranada.com

Er porträtierte Schauspieler wie Henry Fonda oder Anthony Quinn, eine Rockefeller-Tochter und viele weitere Prominente des internationalen Jetsets, aber auch einfache Menschen aus dem Volk, häufig in traditioneller, farbenprächtiger Landestracht. Und dennoch wäre der belgische Maler Max Moreau heutzutage vielleicht vergessen, hätte er nicht sein bezauberndes Anwesen der Stadt Granada vermacht.

Dieses Haus mitten im ehemaligen maurischen Viertel Albaycin ist ein Paradebeispiel für den Baustil eines sogenannten „Carmen“. Der gesammte Albaycin-Hügel ist noch heute übersät mit diesem charakteristischen Häusertypus. Von weitem wirkt das Stadtviertel mit seinen weißgetünchten, verschachtelten Gebäuden wie das harmonisch geordnete Muster eines Flickenteppichs.

Auch der „Carmen de los Géranios“, seit 1966 das Zuhause von Max Moreau sowie seiner Ehefrau und Muse Félicie Leclercq, ist Teil dieses an den Hang geschmiegten Häuserpuzzles. Von der öffentlichen Gasse durch eine hohe Mauer abgeschirmt, verbirgt sich hier ein wahres Wohnparadies. Das Anwesen ist terrassiert angelegt. Auf drei Ebenen sind die Gebäudeteile durch geflieste Innenhöfe und Treppen miteinander verbunden. Überall spenden Bäume, Hecken, Blumen und plätschernde Brunnen Schatten und Frische. Kein Wunder, dass sich das Wort „Carmen“ vom arabischen karma (Weinrebe) ableitet.

Eine überraschend großzügige Gartenfläche auf der unteren Ebene grenzt das Grundstück von den Nachbarhäusern ab. Vom Garten wie auch von der Dachterrasse aus eröffnet sich ein unverstellter Blick auf die Alhambra und die Sierra Nevada. Wie viel entspannter als am ganz in der Nähe gelegenen Hotspot San Nicolás lässt sich hier die herrliche Aussicht genießen.

Die Innenräume sind klein und bescheiden. Nichts Herrschaftliches geht von ihnen aus - ein umfriedeter, stiller Schutzraum vor der Welt. Das Atelier mit der Staffelei und einige Zimmer sind original erhalten und mit Mobiliar in spanisch-arabischem Stil ausgestattet – Wandbehänge, Teppiche, Kunstwerke und Reiseerinnerungen an lange Aufenthalte in Tunesien, Marokko, Frankreich und den USA. Neben einer Auswahl seiner Gemälde wird auch Moreaus Lebensweg anhand von Fotografien und Dokumenten vorgestellt.

Granada war Max Moreaus letzte Lebensstation. Hier verbrachte er mehr als 25 Jahre bis zu seinem Tod 1992. Gegen Ende schwächte eine Parkinson-Krankheit seine Schaffenskraft. Doch wohl immer blieb er sich der Schönheit dieser Stadt und der einzigartigen Lage seines Anwesens bewusst: „Nichts ist vergleichbar mit der Strafe, in Granada blind zu sein.“

E-Mail-Icon Drucken-Icon PDF-Icon Nach-Oben-Springen-Icon